Auto laden wie früher tanken: Das Ende des Ladekarten-Chaos?

Auto laden wie früher tanken: Das Ende des Ladekarten-Chaos?

Erinnerst du dich an die klassische Tankstelle? Vorfahren, tanken, Bankkarte oder Smartphone ans Terminal halten – fertig. Niemand musste prüfen, ob er den richtigen Vertrag hat oder ob die Säule den eigenen Anbieter akzeptiert.

Die Elektromobilität hat uns stattdessen ein Ladekarten-Chaos beschert. Das ändert sich gerade: Mit Direct Payment (Ad-hoc-Laden) gibt es keine versteckten Roaming-Gebühren und keine zwingenden Abos mehr. Laden wird wieder so einfach wie Tanken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die AFIR schreibt Ad-hoc-Laden und volle Preistransparenz an öffentlichen Ladepunkten vor.
  • Unter 50 kW reicht eine Bezahlung per QR-Code, z. B. mit dem Smart Fuel Pass.
  • Neue Schnelllader ab 50 kW brauchen ein Kartenterminal, z. B. das PAX IM30.

Was die AFIR-Verordnung vorschreibt

Dass Direct Payment zum Standard wird, ist EU-Recht. Die AFIR-Verordnung (Alternative Fuels Infrastructure Regulation) verpflichtet Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte seit April 2024 zu klaren Regeln beim Ad-hoc-Laden:

  • Schnelllader ab 50 kW: An neu errichteten Schnellladepunkten ist ein Kartenterminal oder ein kontaktloses Bezahlgerät vorgeschrieben. Bezahlt wird ohne App oder Registrierung mit Debit- oder Kreditkarte.
  • Normallader unter 50 kW: Eine sichere, internetbasierte Bezahlmethode reicht, etwa ein QR-Code, der auf eine Bezahlseite führt.
  • Volle Preistransparenz: Alle Preisbestandteile – Preis pro kWh, Minutentarife oder Standgebühren – müssen vor dem Laden angezeigt werden.

Dafür gibt es in der Praxis zwei Wege: Software-Lösungen und Bezahlterminals.

Variante 1: Digital mit dem Smart Fuel Pass

Für Betreiber, die Direct Payment – vor allem unter 50 kW – ohne Hardware-Nachrüstung anbieten wollen, eignen sich softwarebasierte Lösungen wie der Smart Fuel Pass.

Das Prinzip: An der Ladestation hängt ein QR-Code. Fahrer:innen scannen ihn mit dem Smartphone oder nutzen die App (iOS und Android) und starten und bezahlen das Laden ohne Vorab-Registrierung.

Für Betreiber ist das System ebenso einfach: Nach der Verifizierung der Station legst du die Tarife selbst fest, die Zahlungen gehen direkt auf dein Konto. Die Lösung erfüllt die gesetzlichen Vorgaben, ohne die vorhandene Hardware anzutasten.

Variante 2: Klassisch mit dem Bezahlterminal

Wer das gewohnte Tankstellen-Erlebnis bieten will – oder als Schnellladebetreiber durch die AFIR dazu verpflichtet ist –, setzt auf ein fest verbautes Terminal an der Säule. Ein verbreiteter Standard ist das PAX IM30. Es basiert auf Android und macht die Ladesäule zum Selbstbedienungsterminal:

  • Alle gängigen Zahlarten: Debitkarte, Visa, Mastercard, Apple Pay oder Google Pay – kontaktlos per NFC, per Chip oder Magnetstreifen.
  • Für draußen gebaut: 5-Zoll-Touchscreen, auch bei Sonne lesbar und mit Handschuhen bedienbar; IP55 und IK08, einsetzbar von −20 bis +70 °C.
  • Immer verbunden: 4G/LTE, WLAN oder Ethernet – fällt ein Netz aus, übernimmt das nächste.

Fazit

Der Stapel RFID-Karten im Handschuhfach hat bald ausgedient. Ob per QR-Code mit dem Smart Fuel Pass oder per Bankkarte am PAX IM30 – Direct Payment bringt die Einfachheit zurück, die den Umstieg auf die Elektromobilität für alle attraktiv macht.

Dein Projekt mit Direct Payment

Du planst neue Ladeinfrastruktur oder willst bestehende Ladepunkte AFIR-konform nachrüsten? Schreib uns an onlinesales@ampion.at.

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