11 kW oder 22 kW Wallbox – was lohnt sich in Österreich?
Kurz gesagt: In den meisten Haushalten in Österreich ist eine 11-kW-Wallbox die sinnvollere Wahl: günstiger, einfacher zu genehmigen und völlig ausreichend für den Alltag. 22 kW lohnt sich nur in speziellen Fällen.
| Unterschiede im Überblick | ||
| Kriterium | 11kW | 22kW |
| Genehmigung | meist nur meldepflichtig | oft genehmigungspflichtig (Netzanschluss) |
| Kosten | neutral | neutral |
| Ladezeit | ausreichend für Alltag | schneller, plug-in Hybrid |
| Netzbelastung | gering | höher |
Wichtiger Punkt: Kaum Fahrzeuge nutzen 22 kW
Viele gehen davon aus, dass 22 kW automatisch „besser“ sind – tatsächlich können nur sehr wenige Elektroautos am Markt überhaupt mit 22 kW AC laden.
Die meisten aktuellen E-Autos sind auf 11 kW AC-Ladeleistung begrenzt.
👉 Das bedeutet: Selbst mit einer 22-kW-Wallbox lädt das Auto in der Praxis nicht schneller.
Sonderfall: Plug-in-Hybride
Einige Plug-in-Hybrid-Modelle laden einphasig.
Hier kann eine 22-kW-Wallbox sinnvoll sein, weil sie:
- bis zu 32 A auf einer Phase bereitstellen kann
- damit rund 7 kW Ladeleistung einphasig ermöglicht
Das ist ein Spezialfall – aber in bestimmten Setups relevant.
Reicht 11 kW im Alltag?
Ja – und zwar sehr deutlich.
Ein einfaches Beispiel:
- 11 kW Ladeleistung × 10 Stunden (über Nacht)
- = 110 kWh Energie
👉 Kaum ein Elektroauto hat überhaupt eine so große Batterie.
Zusätzlich:
- durchschnittlicher Verbrauch: 20–30 kWh pro Tag (je nach Pendelstrecke)
Das bedeutet:
- selbst bei täglichem Laden reicht 11 kW mehr als aus
- das Fahrzeug ist meist schon nach wenigen Stunden wieder voll
Wann reichen 11 kW völlig aus?
- tägliches Laden über Nacht
- Pendler (20–80 km/Tag)
- Einfamilienhaus mit einem Fahrzeug
Wann machen 22 kW Sinn?
- mehrere E-Autos im Haushalt
- gewerbliche Nutzung
- sehr kurze Ladefenster
- spezielle Anforderungen (z. B. Plug-in-Hybride einphasig)
Fazit
Für den Großteil der Haushalte in Österreich sind 11 kW die beste Wahl: ausreichend, effizient und zukunftssicher. Zudem lässt sich eine Wallbox in Kombination mit einem Smart Meter und dynamischem Lastmanagement problemlos in bestehende Elektroinstallationen integrieren – ohne den Netzanschluss zu überlasten und bestehende Infrastruktur wird smarter genutzt.
22 kW sind nur in speziellen Anwendungsfällen wirklich sinnvoll.