Compleo eBOX einrichten ohne App: WLAN, LAN, Backend und PV-Überschuss
Deine Compleo eBOX richtest du in wenigen Minuten direkt im Browser ein – ganz ohne App. Die Wallbox bringt ein eigenes Web-Interface mit, das du mit jedem Laptop oder Smartphone mit LAN-Adapter öffnest. In diesem Beitrag zeigen wir Schritt für Schritt, wie du die eBOX per WLAN oder LAN ins Netz bringst, an ein Backend anbindest, mit einem Energiemanagement verbindest und mit PV-Überschuss lädst. Die frühere eConfig-App brauchst du dafür nicht – sie läuft ohnehin nur noch auf älteren Android-Geräten.
Das Wichtigste in Kürze
- Alle über Ampion bzw. e-leiwand gekauften Compleo eBOXen sind mindestens auf Firmware 2.6 aktualisiert und auf Funktion geprüft.
- Du brauchst nur Laptop oder Smartphone mit LAN-Adapter, ein Netzwerkkabel und die PUK.
- Die Einrichtung klappt per LAN über das Web-Interface, wie hier beschrieben. Die eConfig-App funktioniert derzeit nur noch mit älteren Android-Versionen.
Inhalt
- Die Compleo eBOX im Überblick
- Das brauchst du für die Einrichtung
- Mit dem Web-Interface verbinden
- eBOX per WLAN einrichten
- eBOX per LAN einrichten: feste IP oder DHCP
- Ladepunkt richtig einstellen
- Backend anbinden (OCPP)
- Last- und Energiemanagement über Modbus
- Mit PV-Überschuss laden – eine Wallbox
- Häufige Fragen
- Einrichtungstermin buchen
Die Compleo eBOX im Überblick
Die eBOX gibt es in zwei Linien: Die eBOX smart ist die schlanke Wallbox fürs Zuhause, die eBOX professional bringt zusätzlich Funktionen für Betriebe, Wohnanlagen und Abrechnung mit, etwa MID-Zähler oder eichrechtskonforme Varianten. Beide laden mit bis zu 22 kW und lassen sich über das gleiche Web-Interface einrichten.
- Compleo eBOX smart socket – mit Typ-2-Steckdose
- Compleo eBOX professional cable – mit 6,5-m-Kabel
- Compleo eBOX professional cable MID – mit MID-Zähler
- eBOX professional socket EKA und cable EKA – eichrechtskonform
Wie die Montage mit dem eCLICK-System funktioniert, liest du in unserem Beitrag Compleo eBOX & SOLO: Montage leicht gemacht mit eCLICK.
Das brauchst du für die Einrichtung
- Laptop oder Smartphone mit LAN-Adapter (USB-C auf Ethernet)
- Ein Netzwerkkabel
- Die PUK deiner eBOX – sie steht auf der Rückseite der Bedienungsanleitung. Ohne PUK ist keine Anmeldung möglich, also die Anleitung gut aufbewahren.
- Für WLAN: Netzwerkname und Kennwort. Für LAN: eine freie IP-Adresse im Heimnetz oder DHCP am Router.
Wichtig: Der Netzwerkanschluss 2a (LAN2) liegt unter der Abdeckung der eBOX. Arbeiten am geöffneten Gerät dürfen nur Elektrofachkräfte unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen durchführen.
Mit dem Web-Interface verbinden
- Netzwerkkabel in Anschluss 2a (LAN2) der eBOX stecken, das andere Ende an Laptop oder Smartphone.
- Wird keine Adresse automatisch vergeben, stellst du dein Gerät statisch auf
172.16.0.2mit der Maske255.255.255.0. - Im Browser
https://172.16.0.1öffnen. Die Zertifikatswarnung ist bei diesem Gerät normal – bestätigen und weiter. - Anmelden mit Benutzername
adminund der PUK als Kennwort.
Nach dem Einschalten braucht die eBOX bis zu fünf Minuten, bis die Seite erreichbar ist. Nach jedem Abschnitt speicherst du mit OK.
eBOX per WLAN einrichten
Unter Netzwerk → Interface:
- Als Interface
wlanwählen und aktiv anhaken. - Netzwerkname (SSID) und Kennwort eintragen – Groß- und Kleinschreibung beachten.
- Optional Statische IP aktiv setzen und eine feste Adresse vergeben.
- Mit OK übernehmen.
Unter Netzwerk → Status siehst du, ob die Verbindung steht. Ist der Empfang am Montageort schwach, ist die Anbindung per LAN die stabilere Wahl.
eBOX per LAN einrichten: feste IP oder DHCP
LAN ist die stabilste Anbindung und Voraussetzung für Modbus. Unter Netzwerk → Interface, Ethernet-Einstellungen (net2):
-
Feste Adresse: Statische IP aktiv anhaken, eine freie Adresse aus deinem Heimnetz und die Netzmaske eintragen. Die Adressen
172.16.0.1und192.168.1.1nicht verwenden. - Automatisch (DHCP): Statische IP abwählen bzw. DHCP-Client starten anhaken. Die Adresse findest du danach in der Geräteliste deines Routers.
Soll die eBOX ins Internet, etwa für ein Backend, wählst du unter Netzwerk → Interface als Interface net2 und hakst aktiv an. Danach den Laptop abziehen und die eBOX mit dem Heimnetz verbinden. Ab jetzt ist sie nur noch unter der neuen Adresse erreichbar.
Tipp: Für Modbus, Lastmanagement und PV-Überschuss immer eine feste Adresse oder eine feste Zuordnung im Router wählen – sonst kann sich die Adresse nach einem Neustart ändern.
Ladepunkt richtig einstellen
Unter LDP1 → Allgemein:
- Max. Strom passend zur Absicherung der Zuleitung, höchstens 32 A.
- Anzahl an Phasen: 1 oder 3.
- Phaseneinstellung L1–L3: Bei mehreren Boxen die Phasen rotieren, um Schieflast zu vermeiden.
Warum eine einphasig angeschlossene Wallbox weniger Leistung liefert, erklären wir in 11 kW oder 22 kW Wallbox einphasig angeschlossen.
Backend anbinden (OCPP)
Mit einem Backend bekommst du Abrechnung, Zugang per Ladekarte oder App und Fernwartung. Die eBOX meldet sich über OCPP an, etwa bei Monta oder eCarUp, und braucht dafür eine Internetverbindung.
- Unter ECU → ACCU den Operation-Mode auf
b2bund das Protokoll aufOCPP-genericstellen. - Unter ECU → OCPP Chargebox ID, Endpoint URL (
wss://…) und gegebenenfalls das Kennwort eintragen. Diese Daten bekommst du von deinem Backend-Anbieter.
Manche Backends starten die eBOX nach der ersten Verbindung noch einmal neu – das ist normal.
Last- und Energiemanagement über Modbus
Ein externes Energiemanagement – zum Beispiel Loxone – kann den Ladestrom der eBOX über Modbus TCP vorgeben. Das funktioniert bei der eBOX smart und der eBOX professional. Voraussetzung ist eine feste IP-Adresse, empfohlen ist eine Kabelverbindung.
- Unter LDP1 → Lastmanagement den Typ
modbus_tcpwählen, Port5555. - Für den Fall eines Verbindungsabbruchs Control Computer wählen und eine Strombegrenzung von 6–10 A setzen. So lädt die Box langsam weiter, statt stehen zu bleiben.
Wichtig: Die eBOX akzeptiert nur einen Modbus-Controller gleichzeitig.
Mehr zum Thema in Lastmanagement leicht gemacht.
Mit PV-Überschuss laden – eine Wallbox
Das interne Lastmanagement der eBOX liest einen Smart Meter am Hausanschluss – zum Beispiel den Shelly Pro 3EM – selbst aus und lädt dein Auto mit dem Strom, den die PV-Anlage gerade übrig hat. Ein zusätzlicher Energiemanager ist dafür nicht nötig, und es fallen keine laufenden Kosten an.
Was du wissen solltest
- Startschwelle: Eine Wallbox lädt mit mindestens 6 A pro Phase. Einphasig entspricht das rund 1,4 kW, dreiphasig rund 4,1 kW Überschuss.
- Kleine PV-Anlage? Einphasig startet das Laden früher, dafür gilt die Schieflastgrenze des Netzbetreibers.
- Schutz: Der Hausanschluss wird nie über den eingestellten Maximalstrom belastet.
- PV-Überschuss über das interne Lastmanagement und ein externes Energiemanagement über Modbus schließen sich aus.
So richtest du es ein
- Smart Meter setzen: Shelly Pro 3EM in der Verteilung direkt nach dem Zähler des Netzbetreibers, Stromwandler um alle drei Außenleiter, Pfeilrichtung zum Haus. (Arbeit für die Elektrofachkraft.)
- Smart Meter vorbereiten: feste IP-Adresse im selben Netz wie die eBOX, in den Shelly-Einstellungen Modbus TCP aktivieren.
-
eBOX als Controller: feste IP vergeben, unter LDP1 → Lastmanagement Typ
modbus_tcp, Interfacenet1bzw.wlan1und Controller aktiv anhaken. -
Lastmanagement-Portal öffnen: über Controller öffnen oder
https://<IP der eBOX>:8087, Anmeldung mitadminund PUK. Max. Strom auf die Absicherung des Hausanschlusses setzen, Reduktionsfaktor z. B. 0,9 als Puffer. - Smart Meter einbinden: den Shelly mit seiner IP-Adresse eintragen und das Laden mit PV-Überschuss aktivieren.
- Absichern und testen: Mindeststrom 6 A, Fallback-Strom z. B. 6 A. Bei Sonne das Fahrzeug anstecken – der Bezug am Zähler sollte gegen null gehen.
Hintergründe zum Thema findest du in PV-Überschussladen: E-Auto mit Sonnenenergie günstig und intelligent laden.
Häufige Fragen
Die Seite lädt nicht – was tun?
Kabel in Anschluss 2a prüfen und die eigene Adresse auf 172.16.0.2 / 255.255.255.0 stellen. Nach dem Einschalten braucht die Box bis zu fünf Minuten.
Die Anmeldung wird abgelehnt.
Benutzername ist immer admin, Kennwort die PUK von der Rückseite der Bedienungsanleitung.
Nach einer Änderung ist die eBOX nicht mehr erreichbar.
Nach manchen Änderungen startet die Box neu – ein paar Minuten warten. Nach einer IP-Änderung ist sie nur noch unter der neuen Adresse erreichbar; bei DHCP findest du sie in der Geräteliste des Routers.
Die eBOX lädt nicht.
Unter LDP1 → Authentifizierung prüfen: Mit „ohne“ lädt die Box, sobald ein Fahrzeug angesteckt ist. Mit Backend erfolgt die Freigabe über das Backend. Steht die Box auf „außer Betrieb“, unter LDP1 die Betriebsbereitschaft auf „betriebsbereit“ stellen.
Mein Auto lädt langsamer als erwartet.
Max. Strom und Anzahl an Phasen unter LDP1 → Allgemein prüfen. Viele Fahrzeuge laden an Wechselstrom nur ein- oder zweiphasig – mehr dazu in Warum lädt mein Plug-in-Hybrid nicht mit voller Leistung?
Wie prüfe und aktualisiere ich die Firmware?
Die Version steht unter System → Systemdaten im Feld ACCU Firmware-Version. Ein Update spielst du unter ECU → Update mit „Upload FW“ ein. eBOXen von e-leiwand sind bereits auf mindestens Firmware 2.6.
Wie sichere ich meine Einstellungen?
Unter System → Konfiguration lädst du alle Einstellungen als Textdatei herunter. Das empfiehlt sich vor Updates und größeren Änderungen.
Wie setze ich die eBOX zurück?
Unter System → Reset mit „APP Reset“. Danach ist alles neu einzurichten – daher vorher die Einstellungen sichern.
Darf die eBOX in Österreich installiert werden?
Welche Anforderungen für Wallboxen am Netzanschluss gelten, erklären wir in OVE R 37 erklärt.
Einrichtungstermin buchen
Du möchtest die Einrichtung lieber begleiten lassen? Ein persönlicher Einrichtungstermin ist optional buchbar. Schick uns deine Anfrage mit der Seriennummer deiner eBOX an service@ampion.at.